E-Prämie gewinnt in Baden-Württemberg langsam an Fahrt

Stuttgart. Im baden-württembergischen Automarkt nimmt die Elektro-Prämie offenbar langsam Fahrt auf. 1.124 (Vormonat: 1.048) Anträge auf finanzielle Förderung des Kaufs von Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen sind im Oktober eingegangen. 769 entfielen dabei auf die erst-, 355 auf die zweitgenannte Kategorie. "Auch wenn die Zahlen weiter niedrig sind, scheint die Elektromobilität langsam bei den Kunden anzukommen", bewertet Michael Ziegler, Präsident des Verbands des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, die aktuelle Monatsbilanz des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Ziegler sagte, es seien im Oktober knapp 4,2 Millionen Euro Fördergelder aus dem von Staat und Herstellern paritätisch mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro gefüllten Beihilfetopf für den Kauf von E-Autos und Hybriden in den Südwesten geflossen. Seit Start der Elektroprämie seien also in Baden-Württemberg Zuschüsse in Höhe von etwas mehr als 91 Millionen Euro beantragt worden. "Wir erwarten 2020 ein gesteigertes Kaufinteresse. Das liegt einerseits am erwarteten größeren Angebot an E-Modellen, andererseits am neuen und schärferen Flottengrenzwert."

Ziegler bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass das Kfz-Gewerbe die Förderung, die bis Ende 2025 mit höheren Prämien verlängert werden soll, zwar positiv sehe, denn die Betriebe haben auch in entsprechende Ausbildung von Fachpersonal und Ausrüstung investiert. Die Förderung dürfe jedoch nicht zu Wettbewerbsverzerrungen gegenüber anderen Antriebstechnologien führen. Mit der aktuellen Diesel-Generation finde der Kunde beispielsweise die bislang saubersten Verbrennungsmotoren vor, die darüber hinaus noch Potential böten, den CO2-Ausstoß niedrig zu halten.

"Außerdem darf der Anteil der Hersteller an der nun beschlossenen höheren Elektro-Förderung nicht an die Händler weitergereicht werden", so Ziegler weiter. "Das betrifft auch die Errichtung von 15.000 Ladepunkten, die die Hersteller auf dem Autogipfel im Bundeskanzleramt zugesagt haben. Es darf nicht darauf hinauslaufen, dass am Ende die Kfz-Betriebe für die Umsetzung sorgen müssen. Auch wäre es sinnvoll, wenn sich die Förderungen nicht so stark auf die E-Mobilität konzentrieren würden. Gasbetriebene Fahrzeuge, CO2-neutrale synthetische Kraftstoffe sowie der mittels Wasserstoff und Brennstoffzelle angetriebene Elektromotor müssen gleichberechtigt gefördert werden."