Chip-Mangel belastet den Neuwagenmarkt im Land

Stuttgart. Die Halbleiterkrise hinterlässt ihre Spuren zunehmend auch im Südwesten. Die Zahl der Neuzulassungen von Pkw ist im Juli mit 32.828 wieder auf das Niveau vom Mai (31.106 Verkäufe) zurückgefallen. Im Juni hatte es noch einen Zuwachs von 15,7 Prozent gegeben und es schien, als würde die Branche mit Schwung aus dem Lockdown kommen. Damals erreichte das Marktgeschehen nicht zuletzt dank der Mehrwertsteuersenkung fast das Niveau des Vorkrisenmonats Juli 2019. Im Juli hingegen musste der Neuwagenabsatz im Vergleich zum bereits mageren Vorjahresmonat (46.969 Verkäufe) einen weiteren drastischen Rückgang um 30,1 Prozent hinnehmen.

Michael Ziegler, Präsident des Baden-Württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, sagte zu den aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA): „Der Neuwagenmarkt hat im Juli die Zuwächse aus dem Juni fast vollständig wieder eingebüßt. Das Vorkrisenniveau bleibt in weiter Ferne. Das Hauptproblem ist der Chipmangel. Der Auftragsbestand nimmt von Monat zu Monat zu und ist derzeit dreimal so hoch wie normal. Wir rechnen damit, dass bei den Neuwagen das Geschäftsjahr bestenfalls das Niveau des schwachen Vorjahres erreichen wird. Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Verkäufe 2021 nochmals zurückgehen.“ Vorerst bleibe die Zwischenbilanz für den Automarkt im Südwesten mit 3,7 Prozent und 227.968 Zulassungen jedoch weiter im Plus.

Die Absatzzahlen im Juli wiesen hohe Verluste für Diesel und Benziner aus. 6.662 neue Diesel seien ein Minus von 51,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch der Absatz von Benzinern habe sich fast halbiert. Im Juli habe es 11.183 (Vorjahr: 21.267) Neuzulassungen in diesem Segment gegeben. Elektroautos hingegen erlebten dank der hohen Innovationsprämien weiterhin ein Höhenflug und konnten 9.578 (Vorjahr: 6.529) Verkäufe verbuchen. Es habe 4.117 Verkäufe von rein batteriebetriebenen Pkw gegeben. Das Segment der alternativen Antriebe sei um 26,4 Prozent auf 14.982 Zulassungen gewachsen.