Innungsversammlung 2019

Cröffelbach. Hochkarätige Ehrengäste nahmen an der Frühjahrsversammlung der Innung für das Kfz-Gewerbe Hohenlohe-Franken, die rund 140 Mitglieder hat, teil. Obermeister Rainer Biedermann bedankte sich für ihren Besuch und ging in seinem Bericht auf die Themen ein, die der Branche vorrangig auf der Seele brennen, nämlich: „Die Verteufelung von Dieselfahrzeugen, Fahrverbote wie in Stuttgart und die Verunsicherung der Verbraucher, die dazu geführt hat, dass verstärkt auf Benziner umgestiegen wird.“ Dass mit dem vermehrten Einsatz von Benzinfahrzeugen die CO2-Emissionen zwangsläufig ansteigen, sei unbestritten und könne doch nicht im Sinne der Klimaschützerinnen und Klimaschützer sein, meinte Obermeister Biedermann. „Noch vor wenigen Jahren wurde der Diesel als klimafreundliche Lösung empfohlen.“ Im Innungsgebiet sei man noch auf der Insel der Glückseeligen, in Stuttgart gibt es für die Betriebe aber große Probleme, bis hin zur Existenzbedrohung, führte er aus. Dort können teilweise Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und Kunden ihre Werkstatt nicht mehr anfahren. Große Probleme haben die Werkstätten und Händler auch durch den Wertverlust der Dieselfahrzeuge und die steigende Zahl der Leasingrückläufer. Hier hoffe man inständig, dass sich in der Gesetzgebung ein Umdenken einstellt. Die Fachverbände stehen in engem Kontakt mit der Politik und versuchen, entsprechend einzuwirken.

Die Innung investiert regelmäßig in Nachwuchswerbung und versucht, junge Menschen zu einer Ausbildung im Fahrzeuggewerbe und -handwerk zu motivieren. Dazu ist sie auf allen Ausbildungsmessen in der Region vertreten und präsentiert den Schülerinnen und Schülern dort ihre attraktiven und modernen Berufsbilder. Auch verschiedene Projekte für Kinder und Jugendliche fördert die Kfz-Innung finanziell. So den Fahrzeugkauf für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg und das Projekt MUT, des Vereins „Mitmachen und Teilen e.v.“, in dessen Rahmen Kinderheimen in Rumänien Fahrzeuge gesponsert werden.

In den turnusgemäßen Wahlen stellten sich alle Vorstände zur Wiederwahl. Rainer Biedermann machte deutlich, dass er gerne bereit sei, der Innung nochmal für drei Jahre als Obermeister zur Verfügung zu stehen, dass dann aber dringend eine Verjüngung des Vorstandes erfolgen muss. Er ist seit 18 Jahren Obermeister, „ich habe das immer mit Herzblut und mit Freunde gemacht“, gehe aber auf die 70 zu und sehe die Notwendigkeit, dass mit jüngeren Ehrenamtsträgern auch neue Ideen und Ansichten Einzug halten können. Gewählt wurden Rainer Biedermann als Obermeister, Siegfried Göker als stellvertretender Obermeister, die Vorstände Klaus Bauer, Udo Cunzemann, Erwin Dürr, Gebhard Heidinger, Ralph Konrad Linke, Harald Spriegel und Karlheinz Spring sowie die Kassenprüfer Thomas Härterich und Heinz Steigerwald. Der stellvertretende Obermeister, Siegfried Göker, bedankte sich für die Wiederwahlen und versprach: „Wir sind für unsere Mitgliedsbetriebe da und setzen uns aktiv auf allen Ebenen für ihre Interessen ein.“

Der langjährige Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses in Crailsheim, Thimo Schwarz, schied auf eigenen Wunsch aus diesem Amt aus. Er steht der Innung aber weiterhin als Prüfer zur Verfügung. Obermeister Biedermann bedankte sich bei Thimo Schwarz und lobte dessen Engagement für den Nachwuchs der Branche.

Der neue Präsident des Verbandes des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, Michael Ziegler, gratulierte den Wiedergewählten, allen voran Rainer Biedermann. Die Bestätigung im Amt stellen einen Vertrauensbeweis für dessen gute Arbeit und das hohe Vertrauen dar, das die Kolleginnen und Kollegen in ihn setzen. Die Versammlungsteilnehmer bat er, sich ebenfalls ehrenamtlich zu engagieren: „Ehrenamt ist ein bisschen Arbeit, aber es macht auch Spaß und man kann was bewegen!“ Die Elektrifizierung des Fahrzeugmarktes bewegt derzeit alle Gemüter, die Politik treibt das Thema voran, ebenso die Automobilindustrie, so Michael Ziegler. Ihr erklärtes Ziel sei, dass 40 Prozent aller Neuwagenzulassungen Elektroauto sein sollen. Doch es fehle an Infrastruktur für Elektromobile: „Auf Elektrofahrzeuge ausgerichtete Werkstätten, entsprechend ausgebildetes Servicepersonal und flächendeckende Ladestationen sind nötig. Hier werden wir viel investieren müssen.“ Schlussendlich entscheide aber der Markt, welche Fahrzeuge gekauft werden und der Verbraucher bestimmt, ob er auf E-Mobilität oder auf Verbrennungsmotoren setzt. 

 

Präsident Ziegler
Thiemo Schwarz
Vorstand