Berufskollegiaten des Kfz-Handwerks als angehende Führungskräfte

Der 14te Jahrgang des Crailsheimer Berufskollegs wurde feierlich verabschiedet

Crailsheim. Mit ihrem Entschluss, das Angebot ihrer Ausbildungsbetriebe anzunehmen und während ihrer Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker das Technische Berufskollegs für das Kfz-Gewerbe zu besuchen, haben 12 junge Nachwuchskräfte der Branche die richtige Wahl getroffen. Während der dreijährigen Ausbildung erwarben sie dort fachliche Zusatzqualifikationen und bilden nun, als staatlich geprüfte Berufskollegiaten, den Elite-Nachwuchs in ihrem Handwerk. „Was Sie geleistet haben, kann nicht jeder“, betonte Obermeister Rainer Biedermann in seiner Rede anlässlich der Feierstunde zur Verabschiedung der Kollegiaten in der Crailsheimer Berufsschule. Er bedankte sich bei den Berufskollegiaten, und allen, die ihnen auf ihrem Bildungsweg zur Seite standen, und bat: „Tragen Sie Ihre positiven Erfahrungen nach außen und machen Sie Werbung für unser Berufskolleg.“ Das Kolleg in Crailsheim, um das, allen voran, Rainer Biedermann immer gekämpft hat, lasse sich nur bei entsprechenden Schülerzahlen halten. Man müsse dafür sorgen, dass diese besonders wertvolle Bildungsmöglichkeit vor Ort erhalten bleibt, mahnte er. Kreishandwerksmeister Ulrich Stein unterstützte diese Aussage und betonte die wichtige Funktion von Schulen vor Ort. „Wir müssen dafür sorgen, dass Beschulung im ländlichen Raum stattfinden kann, dort, wo es leistungsstarke Betriebe gibt und dort, wo die Azubis ihre Schulen gut erreichen können.“ An die Innungsbetriebe gewandt, bat Rainer Biedermann darum, in den Ausbildungsbemühungen nicht nachzulassen und gab an, dass im Innungsgebiet immerhin 65 Prozent der Ausgebildeten im Kfz-Handwerk in der Region, oft sogar in ihrem Ausbildungsbetrieb, bleiben. Um Ausbildungsbetriebe zu unterstützen hat die Innung ein umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet, das den Ausbildungsbetrieben und den Auszubildenden zu Gute kommt. Darunter fällt auch, dass jeweils die besten drei Absolventen/innen des Berufskollegs ein finanzielles Dankeschön als Anerkennung ihrer besonderen Leistung erhalten. In diesem Jahrgang gab es für den Besten, Jahn Stirn, Ausbildungsbetrieb Linke GmbH in Crailsheim, 700 Euro, für den Zweiten, Richard Mahler, Ausbildungsbetrieb Bruno Widmann in Schwäbisch Hall, waren es 500 Euro und der Drittplatzierte, Marvin Tontsch, ebenfalls Autohaus Linke, erhielt 300 Euro. Der Name Linke fiel bei dieser Gelegenheit mehrfach, waren doch fünf der Berufskolleg-Absolventen im Betrieb von Konrad und Ralph Linke ausgebildet worden. Ausbildung bedeutet, jedenfalls in den ersten zwei Jahren, zwar Investition, so Konrad Linke, das aber sei unverzichtbar für den Fortbestand des Kraftfahrzeuggewerbes. Rainer Biedermann unterstrich diese Aussage: „Wir müssen ausbilden, weil wir qualifizierte Fachkräfte, auf allen Ebenen und in allen Bereichen, für die Zukunft unserer Betriebe brauchen!“

Studiendirektor Andreas Petrou, Leiter der Schule Crailsheim, gratulierte den Absolventen und unterstrich, dass Automobilität essenziell für die Gesellschaft und die Wirtschaft ist. Elektrofahrzeuge und Dieselfahrzeuge würden zwar kontrovers diskutiert, es führe aber kein Weg daran vorbei, dass die Gesellschaft, auch in der Freizeit, mobil bleiben will und muss. In Sachen Umweltverträglichkeit der Mobilität werde sich in den nächsten 20 Jahren noch einiges tun und die Berufskollegiaten haben durch ihre Ausbildung den fachlichen Grundstein gelegt, um daran mitzuwirken. Er gab ihnen als Rat auf dem Weg, beruflich am Ball zu bleiben, weiterhin fachliches Wissen zu erwerben und sich auch ehrenamtlich für ihr Gewerk zu engagieren, aber bei allem Ehrgeiz auch für eine ausgeglichene Work-Live-Balance zu sorgen, „das sorgt für Zufriedenheit und tut der Gesellschaft gut.“

 

Kerstin Lüchtenberg, Leiterin der Abteilung Berufsbildung bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, überbrachte die Glückwünsche der Handwerksorganisation und hob hervor: „Sie haben zwei Bildungsschritte in einem gemacht und sind nun im Arbeitsmarkt heiß begehrt. SIE können wählen, was Sie tun und wo Sie arbeiten werden.“ Die Chancen der Berufskollegiaten sieht sie äußerst positiv, ihnen stehen durch ihre Doppelqualifikation alle Möglichkeiten offen. Zumal Handwerk nicht weg zu digitalisieren sei, sondern, ebenso wie soziale Berufe, Zukunft „und auch wieder goldenen Boden“ hat.

Der stellvertretende Obermeister der Innung, Siegfried Göker, moderierte die abschließende Urkunden-, Zeugnis- und Preisübergabe:

 

Das 14te Berufskolleg erfolgreich absolviert haben 12 Kfz-Mechatroniker, ausgebildet bei

 

Autohaus Linke GmbH, Crailsheim 

Sulaiman Bitar

Moritz Fuchs

Nick Rosenfeld

Marvin Tontsch (Drittplatzierter)

Jahn Stirn (Prüfungsbester)

Autohaus Bruno Widmann GmbH, Schwäbisch Hall

Aaron Strobel

Richard Mahler (Prüfungszweiter)

Walter Mulfinger GmbH, Crailsheim

Mike Oberlander

Auto-Meiser GmbH, Crailsheim

Marius Ströbel

 

 

Hagelloch Automobile GmbH, Schwäbisch Hall

Kevin Dippel

Autohaus Koch GmbH, Schwäbisch Hall

Fabian Köber

Rappold GmbH, Blaufelden

Pascal Rüeck

12 Kfz-Mechatroniker haben das Berufskolleg, parallel zu ihrer Ausbildung, besucht und erfolgreich absolviert
(v.l.) Kerstin Lüchtenberg, Leiterin der Abteilung Berufsbildung bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, Kreishandwerksmeister Ulrich Stein, stellv. Obermeister Siegfried Göker, Drittbester Marvin Tontsch, Zweitplatzierter Richard Mahler, Jahrgangsbester Jahn Stirn, Obermeister Rainer Biedermann und Schulleiter Studiendirektor Andreas Petrou